• Jens

SAISONERÖFFNUNG ALS APÉRO

Der Apéro dient dazu, den Appetit anzuregen – Hauptgang in Gelsenkirchen-Buer?



Bis zu 5,700 Fans hatten Zutritt zu dieser Saisoneröffnung als Generalprobe im Volksparktempeln – tatsächlich schien das Kontingent nicht vollständig ausgeschöpft an diesem sonnigen Feriensamstag. Netter Empfang durch das Ordnungspersonal in gelassener Atmosphäre mit Fans, die diszipliniert und klaglos Maskenpflichten einhielten und sich - ziemlich durchgehend brav - erst am Sitzplatz demaskierten.


Vorab:

Das hat richtig (!) Spaß gemacht. Die Startelf, taktische Lippizanerschule und Spielverlauf könnt ihr überall nachlesen, hier soll’s nur um gesammelte Eindrücke aus der Stadionperspektive ohne jeglichen Anschein eines kritisch-analytischen Tiefschürfens gehen:

Tim Walter wird eine sehr … spezielle Spielanlage nachgesagt, und wer diesen Kick über 90 Minuten verfolgt hat, hat eine recht konkrete Ahnung, warum das so ist.


Ich tue mich auch im Nachhinein noch schwer, die Rollenverteilung Kinsombis und Reis' auseinanderzudröseln, oder zu sagen, ob Glatzel und Baka eine durchgehende Doppelspitze gebildet haben, während Wintzheimer eine 8,92 (oder so ähnlich) gespielt hat. Das ist aber letztlich auch egal, denn das Stichwort ist ohnehin ‘variables Positionsspiel'. Insbesondere die fünf tendenziell Offensiven rochieren fröhlich vor sich hin – allein Reis konnte man nicht nur situativ, sondern für Zeiträume von jeweils > 5 Minuten auf der 8, der 10, LM oder RM sehen.

Wir haben das Spiel von hinten heraus etwas ‚Titz-like‘ gesehen, aber nicht mit dem 6er als Quarterback, sondern die IVs sind wirklich die Eröffner knapp vor einem mitspielenden, auch riskante Pässe wagenden Keeper DHF. Wenn der Gegner hoch presst, bekommt man da recht schnell feuchte Handflächen, aber bei der Passsicherheit von Schonlau & David ist das auch sehr hübsch anzusehen. Im Erfolgsfall öffnen sich dann zentral in der zweiten Phase des Aufbaus naturgemäß Räume.


Überhaupt David: Mit einer ganz anderen Körpersprache als letzte Saison, sehr ballfordernd, mehr anweisend als Captain Schonlau, dessen ruhige Ausstrahlung und unspektakuläres Spiel ebenfalls sehr beeindrucken.. Die IVs bei Ballbesitz mit weitem Abstand, der ballführende immer auf der starken Seite. In Hz1 aus meiner Erinnerung nicht ein einziger langer Schlag.


Davor Meffert. Pures Gold. Krieg immer noch einen Fuß dazwischen und verzögert damit den gegnerischen Ballvortrag um die vielleicht entscheidenden Sekunden,, antizipiert, in welchen Räumen er stehen muss, sicheres Passpiel.


Oft werden die Angriffe über die Halbpositionen mit vielen Ballkontakten vorgetragen, auch die technischen Fähigkeiten wirken stark verbessert (was nicht für jeden gelten muß, gell Baka).


Leibold und mit zeitlich etwas längerem Anlauf auch Gyamerah als Antreiber, die 3 DM/ZM/OM bieten viele Anspielstationen und sowohl Wintz - wie bekannt -, als auch Glatzel ständig in Bewegung. Schade, dass sich noch verletzungsbedingt weder Suhonen, noch Dudziak in dieser Generalprobe auf der OM-Position zeigen konnten.


Eindrücke zu den Neue?

Glatzel spielt halt mit, du bist nie zu Zehnt. Sehr robust, prima Assist zum Tor. Kaufmann hat sich später gut eingefügt, sehr schnell und explosiv, ein bisschen Erling-Style. Reis schon ein feiner Kicker, weiß viel mit dem Ball anzufangen, flexibel, zweikampfstark, 'Raumdeuter'. Auf die Defensiven wurde bereits eingegangen. Muheim machte ebenfalls einen selbstbewussten Eindruck.


Unser Fazit? Wir werden wenig Ergebnisfußball und viel Tschingdarrassa sehen, wahrscheinlich auch manche schmerzhaften Kontertore und Niederlagen.


Wir stehen teils extrem hoch, das ist für einen Gegner mit Ballsicherheit und schnellen Leuten vorne sicherlich lecker. Die Frage ist tatsächlich, wann in welcher Qualität die Gegner in Liga 2 dieses System entschlüsseln und bekämpfen. Sollte dies schnell und erfolgreich der geschehen, können schon die ersten 10 Spieltage den Spätsommer zu einem gefühlten Winter werden lassen; genauso kann ein positiver Lauf hier etwas entfachen, das man auch mit hanseatischer Zurückhaltung durchaus mit ‚schaumgebremster Euphorie‘ bezeichnen könnte.



Aber eines werden wir höchstwahrscheinlich nicht erleben: Langeweile!


Das ist halt: Nur der HSV!












Nachtrag: Der Autor zeugt sich begeistert über diesen Fanclub (?!), gibt es dazu mehr Details?



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